Monstres, faites-moi peur !
Les Rencontres d’Arles 2016
Montag 04 Juli 2016
10:00 - 19:00
Standort: Grande Halle, parc des Ateliers
Die fiktiven Welten alternativer Genres wie der Science Fiction, der Fantasy oder der Utopie speisen sich aus einem erstaunlichen visuellen Fundus. Das zeitgenössische Gedächtnis bedient sich dieser Quelle ohne Vorbehalte, um seine Ängste und Wahnvorstellungen zu aktualisieren.
So birgt das Genrekino – vor allem in Form von Horror- und B-Movies – eine Fülle exzentrischer Werke, die bestimmte Mythen der Moderne hervorbringen. Der filmische Rahmen legt den Blick frei auf ebenso groteske wie unerhörte Landschaften und Situationen. In dieser übersteigerten Welt findet die Darstellung des Andersseins ihre wahre Bestimmung. Riesen, Vampire, Untote, Ausserirdische, sagenhafte Geschöpfe, abartige und ungestalte Wesen: Diese missratenen Figuren werden dem Menschen im Guten wie im Schlechten zur Seite gestellt. Ihre verformten Körper bilden Archetypen eines Universums, das sich stets neu erfindet.
Die Ausstellung Monstres, faites-moi peur ! lenkt unseren Blick auf die Idee der Norm, auf das Gefüge der Beziehungen, die uns mit einer Gruppe verbinden oder von ihr trennen. Nicht als Demonstration, sondern als «Monstration» angelegt, meidet sie das klinische Herangehen eines Gelehrten an sein Bestiarium. Vielmehr geht es darum, das Ungeheuer durch eine Auseinandersetzung mit den visuellen Mitteln der Fotografie abzubilden – und so die Geste und den Blick, die im Ungeheuer selbst entspringen, aber auch die Geste und den Blick, die es ausmachen, zu beleuchten.
Monstres, faites-moi peur! nähert sich dem Thema nicht allein durch eine Betrachtung des Abartigen, sondern lädt uns ein, die Grenzbereiche unserer Menschlichkeit zu sondieren.